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Hauptmann von Köpenick
Wilhelm Voigt wurde - wie Professor Dr. Günter Renner - als Sohn eines Schuhmachers 1849 in Tilsit (damals Ostpreußen, heute Sowjetsk in Russland) geboren. 1906 zog er nach Wismar und arbeitete bei einem Hofschuhmachermeister bis er das Aufenthaltsverbot für das Großherzogtum Mecklenburg-Schwerin erhielt. Danach zog er zu seiner Schwester nach Berlin. Am 24. August 1906 wurde Wilhelm Voigt auch aus Berlin ausgewiesen. Er folgte der Verfügung nicht. Am 16. Oktober 1906 verkleidete er sich als Hauptmann, unterstellte die eine Mannschaft der Schwimmschulwache in Plötzensee seinem Kommando und besetzte mit ihnen das Rathaus von Köpenick. Er verhaftete den Bürgermeister und beschlagnahmte die Stadtkasse mit einer Valuta von 4002 Mark und 37 Pfennigen. Danach besorgte er sich in einem Bekleidungsgeschäft in Berlin Mitte zivile Kleidung. Zehn Tage später wurde er verhaftet und kurz darauf durch das Landgericht Berlin zu vier Jahren Haft verurteilt, von Kaiser Wilhelm II. in einer Generalamnestie begnadigt und im August 1908 aus der Haftanstalt Tegel entlassen. Diese Geschichte machte ihn weltbekannt, so dass er in „Tourneen“ u. a. in Kanada, USA und Frankreich auftrat und ihm zu Ehren eine Figur bei Madame Tussaud aufgestellt wurde. 1909 zog er ins Großherzogtum Luxemburg wo er am 1. Mai 1910 einen luxemburgischen Pass erhielt.

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