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UNHCR: Asyl-Statistik, erstes Quartal, Rückgang Asylbewerber, Georgien, Griechenland

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UNHCR: Fortsetzung des weltweiten Abwärtstrends der Asylbewerberzahlen im ersten Quartal 2005
GENF ? Der UNHCR berichtete am 20. Mai 2005 in Genf, dass der weltweite Abwärtstrend der Asylbewerberzahlen im ersten Quartal 2005 weiter anhält. Auch in den letzten drei Monaten haben in sechsunddreißig Industrieländern weniger Menschen Asyl beantragt als dies in den gleichen Monaten des Vorjahres der Fall gewesen ist. Nur in Griechenland ist ein deutlicher Anstieg zu verzeichnen. Menschen aus Georgien stellen eine wachsende Gruppe von Asylbewerbern dar.

Anlässlich der Veröffentlichung der ersten Quartals-Asylstatistik 2005 sagte der Sprecher der UN-Flüchtlingsbehörde UNHCR Ron Redmond Journalisten am Freitag in Genf, dass zwischen Januar und März 2005 in 36 ausgewählten Ländern insgesamt 81.900 Asylanträge (Lexikon Migrationsrecht) gestellt worden seien. Dies entspreche einem Rückgang um 13 Prozent im Vergleich zum letzten Quartal und um 17 Prozent verglichen mit dem ersten Quartal 2004.

In den vierundzwanzig EU-Ländern sei die Zahl dabei um 14 Prozent im Vergleich zum vierten und um 15 Prozent im Vergleich zum ersten Quartal 2004 gefallen. Die zehn neuen EU-Staaten haben dabei mit nur 6.000 Asylanträgen einen Rückgang um 46 Prozent im Gegensatz zu den letzten drei Monaten des Vorjahres zu verzeichnen. In Nordamerika war der Abwärtstrend mit 7 Prozent, bzw. 11 Prozent vergleichsweise am geringsten.

Der allgemeine Rückgang der Asylbewerberzahlen (Lexikon Migrationsrecht) wird noch deutlicher, wenn man auf eine Zwei-Jahres-Periode abstellt: Verglichen mit dem ersten Quartal 2003 sind die Zahlen in der EU um 31 Prozent, im gesamten Europa um 34 Prozent und in Nordamerika um 40 Prozent gefallen. In Australien und Neuseeland, die zusammen weniger als ein Prozent der gesamten Asylanträge erhalten, sind die Antragszahlen seit Anfang 2003 sogar um 44 Prozent gesunken.
Alleine Deutschlands Asylstatistik weist innerhalb der letzten zwei Jahre einen Rückgang der Bewerberzahlen von 55 Prozent auf. Frankreich ist nach wie vor das Land, auf das die meisten Asylanträge entfallen. Dort beantragten im ersten Quartal 2005 15.700 Menschen Asyl, womit die Zahl im Vergleich zum Jahresende 2004 nahezu unverändert und im Vergleich zum ersten Quartal 2003 sogar um 10 Prozent gestiegen ist. Das Land, das die zweitgrößten Antragszahlen zu verzeichnen hat, sind die Vereinigten Staaten mit 13.600 Asylanträgen, gefolgt vom Vereinigten Königreich mit 8.260 und Deutschland mit 6.660 asylsuchenden Menschen.

Das einzige Land, in dem die Asylbewerberzahlen einen bedeutenden Anstieg erfahren haben, ist Griechenland, wo die Zahlen um 177 Prozent auf 2.816 kletterten. Ein Großteil dieser Zunahme geht auf die massenweise Antragstellung durch Georgier zurück. ?Wir verstehen, dass der Anstieg der Antragszahlen in Griechenland zumindest teilweise auf eine Änderung des Systems zurückzuführen ist, das eine raschere Registrierung von Fällen erlaubt, einschließlich Fälle von Menschen, die schon längere Zeit in Griechenland wohnen. Es ist also weniger ein plötzlicher Anstieg von Menschen, die in den ersten drei Monaten in Griechenland ankommen?, erklärte Redmond.

Asylbewerber aus Serbien und Montenegro (einschließlich Kosovaren) stellten im ersten Quartal 2005 die größte Bewerbergruppe dar, wenn auch ihre Zahl im Vergleich mit dem gleichen Zeitraum des Vorjahres um 13 Prozent zurückgegangen ist. Auch die Zahl der Antragsteller aus den anderen großen Gruppen von Asylbewerbern wie der Russischen Föderation sank, mit Ausnahme von Menschen aus Georgien, von denen 16 Prozent und aus Haiti, von denen 19 Prozent mehr Anträge gestellt wurden als im Vorjahr.

Weitere Informationen:

UNHCR ? Erste-Quartals-Asylstatistik 2005 (in englischer Sprache)

Lesen Sie auch unseren Artikel über die Entwicklung in Deutschland:

Statistik: Asylanträge, Quartalszahlen, Asylzahlen April 2005

und

OECD: internationale Migration, Asylbewerber, EU-Osterweiterung und Brain Drain




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