Die Europäische Kommission hat am 6. Juni 2007 ein umfassendes Asylpaket vorgelegt. Es besteht aus einem so genannten Grünbuch, das eine Debatte über die Zukunft des Gemeinsamen Europäischen Asylsystems einleiten soll, aus einem Richtlinienvorschlag, der Personen mit internationalem Schutzstatus ein langfristiges Aufenthaltsrecht gewähren will und schließlich aus einem Bericht zur Bewertung des Dublin-Systems.
Als Reaktion auf die Verschärfung des deutschen Zuwanderungsrechts, das ab kommendem Monat in Kraft tritt, haben die türkischen Behörden die Ausbürgerungsanträge beschleunigt, wie HÜRRIYET informiert. Dadurch sollen noch vor Inkrafttreten des neuen Gesetzes türkischstämmige Einbürgerungswillige in Deutschland in den Genuss des jetzt noch gültigen Einbürgerungsrechts kommen. Einer entsprechenden Bitte des Vorsitzenden der Türkischen Gemeinde in Deutschland (TGD), Kenan Kolat, sei damit von den türkischen Einwohnerbehörden nachgekommen worden, so die Zeitung.
Kommentar von Ismet Berkan
Der Generalstab hat am Wochenende in seiner Internet-Seite verlauten lassen, dass amerikanische Kampfflugzeuge über die Provinz Hakkari in den türkischen Luftraum eingedrungen sind. In unserem Land, wo alle, ob wissend oder unwissend, im Fernsehen über das heikle Thema einer eventuellen grenzüberschreitenden Operation im Nordirak sprechen, sind die Diskussionen über eine Intervention entflammt. Das Thema hat drei Fronten: die Inlandspolitik, die Bekämpfung des Terrors und die Auslandspolitik.
Die HÜRRIYET berichtet in ihrer heutigen Ausgabe ausführlich über die neuen Entwicklungen der Migrationspolitik in Frankreich. Der Migrationsminister Brice Hortefeux, der auch als enger Freund des neu gewählten Präsidenten Nicholas Sarkozy bekannt ist, bietet nun illegal eingewanderten Familien mit zwei Kindern 6.000,-€ an, damit sie wieder in ihre Heimat zurückkehren. Auf diese Weise möchte der Minister die Anzahl der illegalen Einwanderer, die um die 200 bis 400.000, vorwiegend aus Nordafrika fasst, dämmen.
Die Bombenexplosion, bei der vorgestern Abend im Viertel Ulus in Ankara sechs Menschen starben, geht auf einen Selbstmordattentäter zurück. Die Behörden vermuten hinter dem Anschlag die PKK.. Den 28-jährigen Attentäter namens Güven Akkus, der sechs Menschen mit sich in den Tod gerissen und rund 100 verletzt hatte, habe man anhand von zwei Fingern identifizieren können. Er habe bereits zwei Jahre im Gefängnis gesessen. Unterdessen gelang es den Behörden laut eigenen Angaben, ein weiteres Attentat zu verhindern. Eine aus Syrien eingereiste 31-jährige Frau wurde mit elf Kilo Sprengstoff und zwei Handgranaten in der Stadt Adana verhaftet. Premier Recep Tayyip Erdogan sagte gestern, es gäbe Sorge, dass die PKK Anschläge in Städten und Touristengebieten plane. Die Polizei kündigte verschärfte Sicherheitsmaßnahmen an, um weitere Anschläge zu verhindern. (Cumhuriyet)