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Türkischstämmige Politiker fordern erleichterte Einbürgerung

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Geschrieben von Ali Yumusak Mittwoch, 11. Juni 2008

Wie die HÜRRIYET heute berichtet, haben mehrere türkischstämmige Politiker eine erleichterte Einbürgerung für türkische Bürger gefordert. Der am 1.September in Kraft tretende neue Einbürgerungstest gehe in die falsche Richtung und mache deutlich, „dass die deutsche Bundesregierung einbürgerungswilligen Migranten nicht genug vertraut“, so das türkischstämmige Mitglied des Berliner Senats, Bilkay Öney (Grüne). „Statt neue Hürden aufzustellen, müsste die Einbürgerung erleichtert werden“, so die Grünen-Politikerin. „Die deutsche Staatsbürgerschaft zu erlangen, hat mit den Verschärfungen der vergangegen Zeit schon zu viel an Zuspruch eingebüßt“, so auch das Snatsmitglied der SPD, Canan Bayram. „Die neuen Test werden damit wieder ausgrenzend wirken“, so Bayram weiter.

Hintergrund der Empörung sind die Pläne für einen bundesweit einheitlichen Einbürgerungstest. Bei dem Test werden aus einem Gesamtkatalog von 310 Fragen zum gesellschaftlichen und politischen System der Bundesrepublik 33 vorgelegt. Mindestens 17 davon müssen richtig beantwortet werden. Nach dem sogenannten Multiple-Choice-Verfahren können die Test-Teilnehmer aus mehreren möglichen Antworten auswählen. Die Fragen hat die Berliner Humboldt-Universität entwickelt.

Das Universitätsinstitut hat insgesamt 1000 Fragen ausgearbeitet und getestet, aus denen der Katalog erstellt wird. Die gesamten Fragen - vergleichbar einem Führerscheintest - werden veröffentlicht. Der Prüfling kann sich darauf vorbereiten. Dazu bieten die Bundesländer auch Einbürgerungskurse an. Nicht veröffentlicht werden jedoch die einzelnen Prüfungsbögen. Schummeln ist also kaum möglich.

Gefragt wird im Einbürgerungstest etwa nach der Zahl der Bundesländer, dem Alter der Volljährigkeit sowie nach Hauptstadt und Wappen des jeweiligen Bundeslandes oder den Namen der verschiedenen Bundeskanzler.

Die Vorlage des Innenministeriums befindet sich derzeit in der Ressortabstimmung und soll Mitte Juli im Kabinett beraten werden. Abgelegt werden sollen die Tests bei Volkshochschulen oder ähnlichen Institutionen. Kinder und Jugendliche unter 16, Behinderte und altersbedingt Beeinträchtigte sind von dem Test befreit. Die Bundesländer haben ergänzend die Möglichkeit, auf den Test vorbereitende Einbürgerungskurse anzubieten.

http://www.welt.de/politik/article2088695/Die_wichtigsten_Fragen_zum_Einbuergerungstest.html

Mögliche Fragen im Test:

http://www.welt.de/vermischtes/article204450/Einbuergerungstest_100_Fragen_100_Antworten.html

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