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Nach wie vor enorme Sprachdefizite bei Schulanfängern!

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Özcan Mutlu, bildungspolitischer Sprecher, erklärt: Laut Mitteilung des Staatssekretärs Schlemm auf der gestrigen Sitzung des Bildungsausschusses hat die jüngste Sprachstandfeststellung erneut einen großen Sprachförderbedarf bei Kindern im Einschulungsalter festgestellt. Insgesamt 5.802 der untersuchten 25.080 Kinder benötigen eine intensive Sprachförderung. Dabei haben 3.998 der Kinder mit intensivem Sprachförderbedarf einen Migrationshintergrund (68,9 Prozent) und 1.804 keinen Migrationshintergrund (31,1 Prozent). Von den 5.802 Kindern haben lediglich 365 keine Kita besucht. Das bedeutet fast 94 Prozent der betroffenen Kinder haben trotz Kitabesuch einen intensiven Sprachförderbedarf. Diese Zahlen sind erschreckend. Trotz des kostenlosen letzten Kitajahres vor der Einschulung gibt es im Vergleich zum Vorjahr keine Verbesserung!

Es ist ein Skandal, dass nahezu 69 Prozent der SchülerInnen mit und 31 Prozent der SchülerInnen ohne Migrationshintergrund trotz Kitabesuch so enorme Sprachdefizite haben, dass sie dem Unterricht der ersten Klassen nicht folgen können. Bei diesen Ergebnissen nützt es nichts, immer wieder festzustellen, dass 95 Prozent der Kinder eines Jahrgangs die Kita besuchen oder ständig die Einführung des kostenlosen letzten Kitajahres zu preisen. Wir brauchen größere Anstrengungen als bisher, um den Sprachdefiziten der Kinder zu begegnen. Was Not tut, ist eine konsequente, zielgerichtete, materielle und personelle Verstärkung der Kitas, damit das ambitionierte und notwendige Kita-Bildungsprogramm zügig umgesetzt werden kann. Insbesondere müssen die ErzieherInnen noch besser qualifiziert werden. Außerdem muss endlich mehr Elternbildung, insbesondere für Eltern mit Migrationshintergrund, angeboten werden. Hierzu hat die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen gerade Anträge ins Parlament eingebracht.

Finanzsenator Sarrazin und Bildungssenator Zöllner müssen endlich merken, dass es eine gezielte und effektive Sprachförderung nicht zum Nulltarif gibt. Wer glaubt, durch Umschichtung der Sprachfördermittel die Defizite beheben zu können, irrt gewaltig!

Link zur Presseerklärung

http://www.mutlu.de/presse/pms/1174353.html