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Statistik, Bevölkerungsschätzungen für 2005, Abnahme Bevölkerungswachstum EU, Nettozugang Migranten

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Migrationsbezogene Bevölkerungsentwicklung in der EU rückläufig


Aufgrund der Ende 2005 verfügbaren monatlichen Daten, der letzten Prognosen und der Einschätzung der Sachverständigen kann man davon ausgehen, dass der Nettozugang internationaler Migranten (Einwanderung minus Auswanderung) in die Europäische Union im Jahre 2005 auf rund 1.691.000 Personen im Vergleich zu 1.852.000 Personen im Jahre 2004 abnimmt.

Die Zahl der Lebendgeburten wird voraussichtlich im Vergleich zum Vorjahr, als sie bei 4,80 Millionen lag, leicht ansteigen und 4,82 Millionen erreichen. Auch die Zahl der Sterbefälle dürfte etwas zunehmen: von 4,35 Millionen im Jahr 2004 auf 4,49 Millionen 2005. Das natürliche Bevölkerungswachstum (Lebendgeburten minus Sterbefälle) wird den Vorausschätzungen zufolge von 447.000 im Jahre 2004 auf 327.000 im Jahr 2005 spürbar zurückfallen. Demnach dürfte das gesamte Bevölkerungswachstum bei ca. 2,0 Millionen (im Vergleich zu 2,3 Millionen im Jahre 2004) liegen, so dass die EU am 1. Januar 2006 insgesamt 461,5 Millionen Menschen zählt. Das Bevölkerungswachstum geht in erster Linie auf die Nettozuwanderung zurück, von der wiederum mehr als die Hälfte (1 Million) auf Italien und Spanien (mit der höchsten Nettozuwanderung in der EU) zurückzuführen ist. In beiden Ländern sind die Zahlen allerdings durch Regularisierungsprogramme überhöht und enthalten Personen, die unter Umständen bereits vor 2005 zugewandert sind. Die Bevölkerung der Beitrittsländer wird am 1. Januar 2006 bei 106,3 Millionen liegen, was im Vergleich zum 1. Januar 2005 einem Anstieg um 803 000 entspricht. Diese Zunahme ist auf das positive natürliche Wachstum (mehr Sterbefälle als Lebendgeburten) zurückzuführen.

In den letzten 46 Jahren wuchs die Bevölkerung der EU in ihrer derzeitigen Zusammensetzung von 376 Millionen auf über 462 Millionen (Abb. 1). Im Jahre 1967 zählte die EU mehr als 400 Millionen Menschen, und anschließend gingen 12 bzw. 20 Jahre ins Land, bis die Bevölkerung um 25 Millionen Einwohner zugenommen hatte. Somit begann sich das Bevölkerungswachstum in den letzten 20 bzw. 30 Jahren zu verlangsamen. Bei einem geschätzten Bevölkerungswachstum von über 2,0 Millionen Menschen fügt sich das Jahr 2005 recht gut in diesen allgemeinen Trend ein. In der zweiten Hälfte der Neunzigerjahre wurden niedrigere Zuwächse verzeichnet, und die zuletzt festgestellte Zunahme blieb weit hinter dem in den Sechzigerjahren beobachteten Wachstum zurück (um durchschnittlich 3 Millionen Menschen pro Jahr). Für 2005 wird davon ausgegangen, dass die Bevölkerung in der EU um 0,44 % wächst. Obwohl dieser Zuwachs geringfügig über die in den späten Neunzigerjahren beobachtete Zunahme hinausgeht, fällt er bei einer längerfristigen Betrachtungsweise eher moderat aus (Abb. 2).

Quelle: Eurostat Stand: 13.12.2005



mitgeteilt von Dr. Klaus Dienelt