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Türkei-Szenarien bei Rückzugsplänen aus dem Irak

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Das `Center for American Progress`, eines der den Demokraten nahe stehenden think-tank Organisationen, rief zum sofortigen Rückzug der Soldaten aus dem Irak auf und schlug vor, im Norden eine Pufferzone einzurichten. In einem Bericht der Institution wird unterstrichen, dass die kurdische Region im Nordirak gegen eine Intervention der Türkei geschützt und in dieser Region 8.000 amerikanische Soldaten stationiert werden müssten.

Die Diskussionen über Truppenabzug aus dem Irak haben sich verstärkt. Am 15. September wird General Petraeus, Kommandant der amerikanischen Einheiten im Irak, dem Kongress seinen Bericht einreichen. In diesem Bericht wird festgelegt, in welchen Themen im Irak Fortschritte erzielt worden sind und in welchen nicht. Falls das Ergebnis erfolglos ausgehen sollte, wird dann der Kongress den Rückzug der Soldaten fordern.

Eigentlich wurde der Bericht in der vergangenen Woche der Presse verlautet. Das Ergebnis ist schlimm. Nur in drei von 18 Artikeln des Berichtes werden Fortschritte gesehen. Man sagt, dass das Weiße Haus den Bericht der Presse verlauten ließ, um seine Auswirkung zu verringern. Auch wenn der US-Präsident Bush einen Truppenabzug unter gegebenen Bedingungen nicht als klug bezeichnet, fühlt man Vorbereitungen für eine neue Position.

Unter diesen Vorbereitungen befindet sich der Waffenverkaufsvorschlag an die Golfländer im Werte von 20 Mrd. Dollar. Die amerikanische Führung will gegen Teilung des Irak und Ausweitung des Einflussbereiches vom Iran die Golfländer aufrüsten.

Das Überlassen der Sicherheit der Region an die Golfländer zeigt sowie der Vorschlag über Einrichtung einer Pufferzone im Nordirak, dass die Köpfe in Washington durcheinander sind.

Am 30. August veröffentlichte die Zeitung `Boston Globe` unter dem Titel „Fehlender Akteur der Golf-Sicherheit“ ein Artikel über die Bedeutung des türkisch-amerikanischen Bündnisses.

In dem Artikel von Prof. Lenore G. Martin, zuständig für auswärtige Beziehungen, heißt es: „ Die Politiken der Führung nährt leider die Türkei an den Iran, anstelle sie im regionalen Sicherheitsnetz Amerikas zu halten.

Die Stationierung amerikanischer Truppen im Nordirak bezeichnet der Verfasser aus Sicht der Stabilität der Region noch riskanter. „Solange die Sorgen der Nachbarländer über ein unabhängiges Kurdistan zunehmen, wird auch die Instabilität in der Region steigen. Und solange die PEJAK mit beschlagnahmten amerikanischen Waffen im Iran ihre Aktionen fortsetzt, wird die Zusammenarbeit zwischen der Türkei und dem Iran enger und mit großer Möglichkeit wird sich an dieser Zusammenarbeit auch Syrien anschließen“.  

Nach dieser Feststellung betont der Verfasser, dass die amerikanische Führung diese Entwicklung nicht erlauben dürfe und bringt Vorschläge dafür:

„Die amerikanische Führung, da sie noch starke Trumpfe in der Hand hat, sollte Barsani wie in den 90er Jahren zum Kampf gegen die PKK lenken. Die Barsani-Führung muss verhindern, dass die PKK an Waffen und finanzielle Quelle kommt. Sie muss ihre Führer und die Kräfte des Landes verweisen. Damit kann ein Zusammenleben Ankaras mit den irakischen Kurden geschaffen werden“.

Prof. Martin beendet seinen Artikel, in dem er die Bedeutung der türkisch-amerikanischen Zusammenarbeit für die Sicherheit der Region hervorhebt, mit folgenden Worten: „Wir müssen unsere Politiken so verändern, in dem wir einer terroristischen Gruppe keinen Unterschlupf gewähren, sondern einen Verbündeten unterstützen“.  

Nicht alle Szenarien in den USA sind wie von Prof. Martin von gesundem Menschenverstand. Das Entwickeln von eigenen Szenarien auf noch aktiver Weise der Türkei könnte vielleicht dem Durcheinander in Washington helfen.

(Kommentar von Ferai TINC - Hürriyet)

Quelle:
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