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Türkei: Interview mit dem deutschen Botschafter in Ankara

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In der Milliyet wird Dr. Eckhard Cuntz, deutscher Botschafter in Ankara, in einem Interview zu der Situation in der Türkei bezüglich der PKK-Anschläge befragt. Zuvor wird jedoch an die Fernseh-Spendenaktion für das Militär vor etwa 12 Jahren erinnert, die durch die Verweigerung von deutschen Geldtransaktionen hervorgerufen wurde. Im Folgenden das Interview zusammengefasst:

Warum haben Sie am Beerdigungszug für den Infanterie-Unteroffizier teilgenommen?

Die Reaktion der Bevölkerung, die im Fernsehen zu erkennen war, hat mich stark beeindruckt. Zudem sind bei den Anschlägen nicht nur Soldaten, sondern auch Zivilisten gestorben. Ob Al Quaida oder PKK… der Terror ist immer gleich. Deswegen müssen wir ein Zeichen setzen. Zudem hatte ich überlegt, dass die türkische Bevölkerung unterstützt werden muss. Daher wollte ich mit den Familien der Gefallenen zusammen sein.

Was haben Sie bei der Trauerfeier empfunden?

Man bekam unweigerlich eine Gänsehaut. Es war sehr bewegend. Es waren auch sehr viele Menschen da, die nicht zur Familie gehörten und trotzdem geweint haben. Ich war sehr beeindruckt davon, dass der Vater des Gefallenen die Menge durch beruhigende Worte am Mikrofon besänftigen wollte.

Ihre Teilnahme ist als sehr feinfühlig zu bezeichnen, jedoch wissen wir, dass Botschafter sich nicht nur durch ihre Gefühle leiten lassen. War das eine Regierungsentscheidung?

Sie können sich sicher sein, dass die Bundesrepublik Deutschland auch an der Trauerfeier teilnahm. Für die Teilnahme erhielten wir bekräftigende Zusprüche. Zudem bin ich schließlich als Vermittler zwischen zwei Ländern zu verstehen, der die Freundschaft beider stärkt.

Ist es dann an der Zeit in Deutschland gegen die PKK vorzugehen?

Die PKK ist in Deutschland verboten. Zurzeit werden ernsthafte Gespräche in Deutschland geführt über die wir informiert werden.

Welchen Dienststellen in der Türkei wurden diese Informationen weitergeleitet?

Die entsprechenden Dienststellen stehen bereits in Verbindung.

Wir haben uns an das Embargo vor 12 Jahren erinnert, welches von Deutschland ausging, weil damals ebenfalls eine grenzüberschreitende Operation durchgeführt werden sollte. Was hat sich geändert?

Der Terror hat sich geändert. Sie benutzen besser entwickelte Technologien und vernetzen sich. Zwischen Deutschland und der Türkei werden nun Gespräche über Verteidigung geführt. In naher Zukunft wird es sogar zu Abkommen in der Rüstungsbranche kommen.

Stimmen Sie den Aufforderungen der europäischen Botschafter bezüglich der DTP zu?

Die DTP ist eine gewählte Partei. Wenn sie sich zur PKK bekennen würde, wäre es nicht zu akzeptieren. Daher sollte sie sich vom Terror distanzieren und alles für einen friedlichen Lösungsweg tun.

Quelle:
Deutsch-Türkische Medienagentur
Ali Yumuşak
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