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§ 18a Aufenthaltserlaubnis für qualifizierte Geduldete zum Zweck der Beschäftigung

Gesetz über den Aufenthalt, die Erwerbstätigkeit und die Integration von Ausländern im Bundesgebiet (Aufenthaltsgesetz - AufenthG)

Zuletzt geändert durch G vom 31.07.2016 - in Kraft ab 06.08.2016 (siehe unten "Chronik")

(1) Einem geduldeten Ausländer kann eine Aufenthaltserlaubnis zur Ausübung einer
der beruflichen Qualifikation entsprechenden Beschäftigung erteilt werden, wenn die
Bundesagentur für Arbeit nach § 39 zugestimmt hat und der Ausländerim Bundesgebiet

  1. a) eine qualifizierte Berufsausbildung in einem staatlich anerkannten oder
        vergleichbar geregelten Ausbildungsberuf oder ein Hochschulstudium abgeschlossen
        hat oder
    b) mit einem anerkannten oder einem deutschen Hochschulabschluss vergleichbaren
        ausländischen Hochschulabschluss seit zwei Jahren ununterbrochen eine dem
        Abschluss angemessene Beschäftigung ausgeübt hat, oder
    c) als Fachkraft seit drei Jahren ununterbrochen eine Beschäftigung ausgeübt hat, die eine
        qualifizierte Berufsausbildung voraussetzt, und innerhalb des letzten Jahres vor
        Beantragung der Aufenthaltserlaubnis für seinen Lebensunterhalt und den seiner
        Familienangehörigen oder anderen Haushaltsangehörigen nicht auf öffentliche Mittel
        mit Ausnahme von Leistungen zur Deckung der notwendigen Kosten für Unterkunft und
        Heizung angewiesen war, und
  2. über ausreichenden Wohnraum verfügt,
  3. über ausreichende Kenntnisse der deutschen Sprache verfügt,
  4. die Ausländerbehörde nicht vorsätzlich über aufenthaltsrechtlich relevante Umstände getäuscht hat,
  5. behördliche Maßnahmen zur Aufenthaltsbeendigung nicht vorsätzlich hinausgezögert oder behindert hat,
  6. keine Bezüge zu extremistischen oder terroristischen Organisationen hat und diese auch nicht unterstützt und
  7. nicht wegen einer im Bundesgebiet begangenen vorsätzlichen Straftat verurteilt wurde, wobei Geldstrafen von insgesamt bis zu 50 Tagessätzen oder bis zu 90 Tagessätzen wegen Straftaten, die nach dem Aufenthaltsgesetz oder dem Asylgesetz nur von Ausländern begangen werden können, grundsätzlich außer Betracht bleiben.

(1 a) Wurde die Duldung nach § 60 a Absatz 2 Satz 4 erteilt, ist nach erfolgreichem Abschluss dieser Berufsausbildung für eine der erworbenen beruflichen Qualifikation entsprechenden Beschäftigung eine Aufenthaltserlaubnis für die Dauer von zwei Jahren zu erteilen, wenn die Voraussetzungen des Absatzes 1 Nummer 2 bis 7 vorliegen und die Bundesagentur für Arbeit nach § 39 zugestimmt hat.

(1 b)   Eine Aufenthaltserlaubnis nach Absatz 1 a wird widerrufen, wenn das der Erteilung dieser Aufenthaltserlaubnis zugrunde liegende Arbeitsverhältnis aus Gründen, die in der Person des Ausländers liegen, aufgelöst wird oder der Ausländer wegen einer im Bundesgebiet begangenen vorsätzlichen Straftat verurteilt wurde, wobei Geldstrafen von insgesamt bis zu 50 Tagessätzen oder bis zu 90 Tagessätzen wegen Straftaten, die nach dem Aufenthaltsgesetz oder dem Asylgesetz nur von Ausländern begangen werden können, grundsätzlich außer Betracht bleiben.

 (2) 1Über die Zustimmung der Bundesagentur für Arbeit nach den Absätzen 1 und 1a wird ohne
Vorrangprüfung nach § 39 Abs. 2 Satz 1 Nr. 1 entschieden. 2§ 18 Abs. 2 Satz 2 und Abs. 5
gilt entsprechend. 3Die Aufenthaltserlaubnis berechtigt nach Ausübung einer zweijährigen
der beruflichen Qualifikation entsprechenden Beschäftigung zu jeder Beschäftigung.

(3) Die Aufenthaltserlaubnis kann abweichend von § 5 Abs. 2 und § 10 Abs. 3 Satz 1 erteilt werden.

 
 

Zugehörige Dokumente

iconChronik des § 18a AufenthG

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