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Türkei: PKK-Anschläge - Aufruf zur Vergeltung

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Nach den erneut verheerenden Anschlägen der PKK vom Wochenende, bei dem nach Angaben der türkischen Sicherheitskräfte mindestens 12 Soldaten getötet wurden, eskaliert die Situation im südost-türkischen Grenzgebiet zunehmend. Bei den anschließenden Gefechten an der Grenze zum Irak kamen nach Angaben des Militärs 32 PKK-Kämpfe ums Leben. Dabei überschlagen sich die türkischen Zeitungen heute erneut mit Forderungen nach Vergeltung und Einheitsrufen. „Wir stehen hinter Euch“, titelt die HÜRRIYET an das Militär gerichtet. „Die PKK hat wieder zugeschlagen. Jetzt sind die Augen auf die Regierung gerichtet“, die liberale MILLIYET. Die regierungsnahe YENI SAFAK gibt die Losung aus: „Wir sind alle Soldaten“, und die links-nationale CUMHURIYET: „Es reicht!“. Dabei wird von nahezu allen Zeitungen auf die Worte des irakischen Präsident Talabani aufmerksam gemacht, der auf Forderungen der Türkei, die PKK-Kämpfer auszuliefern, mit folgenden Worten reagiert habe: „Wir liefern der Türkei nicht mal eine Katze aus.“

Die erneuten verheerenden Anschläge der PKK in der Türkei sind nach Angaben der HÜRRIYET auch in Deutschland mit Wut und Trauer aufgenommen worden. Die gesamte Titelseite ihrer Europa-Seiten widmet die Zeitung den Reaktionen türkischer Funktionäre und Bürger. Yasar Bilgin, Vorsitzender des Rates der Türkischen Staatsbürger (RTS) forderte seine Landsleute in Deutschland auf, ihren Unmut über die Anschläge auf Demonstrationen zu äußern. Der Direktor des Essener Zentrums für Türkeistudien, Faruk Sen, fordert klare Schritte: „Was immer die Weltöffentlichkeit auch sagt. Wir sind an einem Punkt angelangt, wo Operationen im Nordirak unumgänglich geworden sind.“

US-Präsident George W. Bush hat die Angriffe der PKK auf türkische Soldaten in der Provinz Hakkari scharf verurteilt. Bush ließ gestern in Washington erklären, derartige Attacken seien inakzeptabel und müssten aufgehört werden. Präsident Bush übermittelte den Familien der Gefallenen und dem ganzen türkischen Volk sein Beileid. Bush rief auch die irakische Regierung auf, gegen die aus dem Irak stammenden Anschläge sofort einzugreifen.

Andererseits gab der US-Botschafter in Ankara Ross Wilson bekannt, dass der Türkei in Bezug auf PKK keine genügende internationale Unterstützung gewährleistet worden sei. Wilson wies auch darauf hin, dass die irakische Regierung bezüglich der PKK noch strengere Maßnahmen ergreifen müsse.

Auch der deutsche Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier hat die Angriffe der PKK auf türkische Soldaten im Grenzgebiet zum Irak am Sonntag auf das Schärfste verurteilt. „Jetzt gilt es zu vermeiden, dass diese erneute Provokation zu einer Spirale der Gewalt in der Region führt“, sagte er. Er appellierte an die türkische Regierung, „mit Augenmaß zu reagieren und so eine gefährliche Destabilisierung der Region zu verhindern“. (Milliyet-Türkiye)

Quelle:
Deutsch-Türkische Medienagentur
Ali Yumuşak
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