UNHCR: Mittelmeer tödlichstes Gewässer für Flüchtlinge und Migranten 2011

Anzeige
Das Flüchtlingskommissariat der Vereinten Nationen (UNHCR) hat am 31.1.2012 eine Pressemitteilung veröffentlicht, nach der das Mittelmeer 2011 das tödlichste Gewässer für Flüchtlinge und Migranten weltweit war.

UNHCR-Sprecherin Sybella Wilkes sagte in Genf, nach Schätzungen ihrer Organisation seien rund 1.500 Menschen beim Versuch, von Nordafrika nach Europa zu gelangen, ertrunken oder verschollen. Die bislang höchste Zahl bekanntgewordener Todesfälle lag 2007 bei 630; seit 2006 versucht UNHCR, die Zahlen systematisch zu erfassen.

Aufgrund der unsicheren Datenlage warnt UNHCR, dass die tatsächliche Zahl der Todesopfer noch höher liegen könnte.

Auch 2012 hat es offensichtlich bereits ein weiteres Flüchtlingsdrama im Mittelmeer gegeben. UNHCR berichtet von einem Boot mit 55 Insassen, das am 14. Januar Seenotalarm ausgelöst habe. Die libysche Küstenwache fand am 14./15.1. insgesamt 18 angespülte Leichen, darunter 12 Frauen und ein Baby. Alle wurden als Somalis identifiziert, die zuvor in Behelfsunterkünften in Tripolis gelebt hatten.

Zwei weitere Boote mit insgesamt 140 Menschen an Bord wurden von der italienischen und der maltesischen Küstenwache geborgen.

Wieder zugenommen habe mit 58.000 auch die Zahl der in Europa angekommenen Schutzsuchenden. Damit wurde nach 2008 (54.000) eine neue Höchstmarke erreicht. 2009 und 2010 hatten verschärfte Grenzkontrollen zu einem zwischenzeitlichen Rückgang geführt. Zum Anstieg der Zahlen hat nach Beobachtungen von UNHCR der Zusammenbruch der Regimes in Tunesien und Libyen beigetragen.

Die vollständige UNHCR-Pressemitteilung (in englischer Sprache):

http://www.unhcr.org/4f27e01f9.html

Siehe auch (in deutscher Sprache):

http://www.unhcr.de/home/artikel/399b368b42776453c3b9a82b8b25c136/-83afd44c68.html?L=0

 

Einsender:

Heiko Habbe

Jesuiten-Flüchtlingsdienst Deutschland

Policy Officer

 

Witzlebenstr. 30a

14057 Berlin

T. +49-30-32 60 25 90

F. +49-30-32 60 25 92

 

Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

www.jesuiten-fluechtlingsdienst.de