Reaktion aus der Türkei zum Scharia-Urteil: Gute Nacht, Deutschland!

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Mit diesen Worten macht die liberale MILLIYET ihre heutige Europa-Ausgabe auf und zitiert CDU-Generalsekretär Pofalla mit den Worten: „Wenn der Koran über das deutsche Grundgesetz gestellt wird, dann kann ich nur sagen: Gute Nacht, Deutschland.“ Die Entscheidung des Frankfurter Amtsgerichts, wonach die Richterin unter Verweis auf den Koran das vorzeitige Scheidungsgesuch einer, von ihrem Mann misshandelten, Frau mit dem Verweis auf den Koran abgelehnt hat, sorgt weiter für Empörung. Die türkischstämmige Anwältin und Frauenrechtlerin Seyran Ates warf der Richterin menschenverachtendes Handeln vor und sagte: „Sie gibt damit zum Ausdruck, dass in bestimmten Kulturen der Welt Gewalt erlaubt ist und dass dies die Gesellschaft zu akzeptieren hat“. Der Vize-Vorsitzende der Türkischen Gemeinde in Deutschland (TGD), Sabriye Subcun, nannte das Urteil „ nicht hinnehmbar und ein Affront gegen Frauen“.

Deutscher Richterbund: Kein Raum für disziplinarische Maßnahmen

Der Deutsche Richterbund hat disziplinarische Maßnahmen für die Frankfurter Richterin abgelehnt. Die umstrittene Koran-Entscheidung sei zwar "unglücklich" gewesen. Doch mit dem Stattgeben des Befangenheitsantrags müsse der Fall erledigt sein. "Auch wenn die Entscheidung fehlerhaft war, sind disziplinarische Maßnahmen abwegig", sagte der Bundesgeschäftsführer des Deutschen Richterbundes, Lothar Jünemann, zu sueddeutsche.de. Klar sei, dass der Koran nicht über dem deutschen Grundgesetz stehen dürfe. "In Deutschland gibt es kein Züchtigungsrecht gegenüber Ehegatten", sagte Jünemann. Deshalb handele es sich bei dem Frankfurter Fall wohl um eine "Fehlentscheidung".

Quelle: Deutsch-Türkische Medienagentur
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