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Verstimmung zwischen der Integrationsbeauftragten Böhmer und dem Türkischen Bund

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Wie die SABAH berichtet, gibt es große Verstimmungen zwischen der Integrationsbeauftragten der Bundesregierung, Maria Böhmer, und dem Türkischen Bund Berlin-Brandenburg (TBB). Nach Angaben der Zeitung habe Böhmer eine Einladung der Türkischen Gemeinde in Deutschland (TGD), der die TBB nahesteht, abgelehnt. Die Kritik an der Arbeit der Bundesregierung sei zu persönlichen Angriffen gegenüber ihrer Person ausgeartet, so Böhmer. Der Vorsitzende des Türkischen Bundes in Berlin-Brandenburg (TBB), Safter Cinar, hatte angesichts des geplanten Einbürgerungstests daran gezweifelt, dass gebürtige Deutsche den Test bestehen könnten. Dabei hatte er der Integrationsbeauftragten die Frage gestellt, wie viele Fragen sie aus dem Test richtig beantworten könne.

Kritik am Einbürgerungstest

Die Pläne des Bundesinnenministeriums für einen bundesweit einheitlichen Einbürgerungstest senden „die falsche Botschaft aus“, so der Vorsitzende des Rats der Türkischen Staatsbürger (RTS), Yasar Bilgin. Der Test stelle erneut „ein Auswahlverfahren gegenüber Migranten“ dar. „Die gesamte deutsche Migrationspolitik beruht auf Auswahlverfahren, statt auf Förderung und Akzeptanz. Dies führt nicht dazu, dass ein gemeinsames Miteinander gefördert wird“, so Bilgin weiter.

Hintergrund der Empörung sind die Pläne für einen bundesweit einheitlichen Einbürgerungstest. Bei dem Test werden aus einem Gesamtkatalog von 310 Fragen zum gesellschaftlichen und politischen System der Bundesrepublik 33 vorgelegt. Mindestens 17 davon müssen richtig beantwortet werden. Nach dem sogenannten Multiple-Choice-Verfahren können die Test-Teilnehmer aus mehreren möglichen Antworten auswählen. Die Fragen hat die Berliner Humboldt-Universität entwickelt.

Das Universitätsinstitut hat insgesamt 1000 Fragen ausgearbeitet und getestet, aus denen der Katalog erstellt wird. Die gesamten Fragen - vergleichbar einem Führerscheintest - werden veröffentlicht. Der Prüfling kann sich darauf vorbereiten. Dazu bieten die Bundesländer auch Einbürgerungskurse an. Nicht veröffentlicht werden jedoch die einzelnen Prüfungsbögen. Schummeln ist also kaum möglich.

Gefragt wird im Einbürgerungstest etwa nach der Zahl der Bundesländer, dem Alter der Volljährigkeit sowie nach Hauptstadt und Wappen des jeweiligen Bundeslandes oder den Namen der verschiedenen Bundeskanzler.

Die Vorlage des Innenministeriums befindet sich derzeit in der Ressortabstimmung und soll Mitte Juli im Kabinett beraten werden. Abgelegt werden sollen die Tests bei Volkshochschulen oder ähnlichen Institutionen. Kinder und Jugendliche unter 16, Behinderte und altersbedingt Beeinträchtigte sind von dem Test befreit. Die Bundesländer haben ergänzend die Möglichkeit, auf den Test vorbereitende Einbürgerungskurse anzubieten.

http://www.welt.de/politik/article2088695/Die_wichtigsten_Fragen_zum_Einbuergerungstest.html

Mögliche Fragen im Test:

http://www.welt.de/vermischtes/article204450/Einbuergerungstest_100_Fragen_100_Antworten.html

Quelle:
Deutsch-Türkische Medienagentur
Ali Yumuşak
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