Integrationsgipfel, Bildungspolitik, Jugendliche mit Migrationshintergrund, Türkische Presse

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So funktioniert keine Integration! Vom Integrationsgipfel zum Thema Jugendliche mit Migrationshintergrund

Die Aussagen des Arbeitgeberpräsidenten, Dieter Hundt, beim Integrationsgipfel,wonach eine falsche Einwanderungspolitik Deutschlands Schuld daran sei, dass viele Migranten ohne Arbeit und ohne qualifizierte Ausbildung seien, stoßen auf große Zustimmung in den türkischen Medien. Themen waren die Bildungspolitik insbesondere mit Blick auf Jugendliche mit Migrationshintergrund in Deutschland.

Türkische Medien begrüßen die kritischen Äußerungen von Arbeitgeberpräsident Hundt zur deutschen Bildungspolitik im Vorfeld des Integrationsgipfels

"Wir können es uns nicht leisten, das Potenzial von Millionen Menschen in unserem Land zu vergeuden", so Hundt, dem die SABAH dabei bescheinigt, sich zu den Kritikern der Regierung kurz vor dem Integrationsgipfel einzureihen. "Hundt bombardiert die Regierung", so die Zeitung, die sich in ihrer Kritik der deutschen Integrationspolitik von Hundt gestärkt fühlt. "So funktioniert keine Integration" betitelt TÜRKIYE ihren Bericht und macht auf die Aussagen Hundts aufmerksam, dass die deutsche Bildungspolitik es nicht schaffe, Jugendliche mit Migrationshintergrund zu fördern, geschweige denn ihnen gleiche Zugangschancen zu gewähren.


Diskussion in der türkischen Presse zu den Teilnehmern des Integrationsgipfels

Die Diskussionen um die Teilnehmer des Integrationsgipfels auf türkischer Seite reißen nicht ab. Nachdem die SABAH der Bundesregierung bescheinigt "teilweise von ihrem Fehler" abzurücken, da sie jetzt mehr türkische Organisationen einlade, heizt sie die Stimmung innerhalb der türkischen Gemeinde weiter an. Zum wiederholten Male kommt dabei der Koordinator der Türkisch-Europäischen Union (ETU), Yasar Bilgin zu Wort, der der Türkischen Gemeinde in Deutschland (TGD) vorwirft, keine Basis in der türkischen Bevölkerung zu besitzen und einen PDS-Politiker (Hakki Keskin) als Ehrenpräsidenten zu haben. Auch die Union Europäisch-Türkischer Demokraten (UETD) sei nicht als Repräsentant hinnehmbar, da sie klar als Verlängerung der Partei für Gerechtigkeit und Entwicklung (AKP) des türkischen Ministerpräsidenten Erdogan gelte. Zudem macht die Zeitung auf einen weiteren Alternativ-Gipfel aufmerksam, den die TGD ein Tag nach dem Gipfel der Bundesregierung veranstalten will. Der Name: "Integrationsgipfel à la turca".

Auszug aus der Zusammenstellung aktueller Beiträge türkischer Tageszeitungen vom 30.6.2006. 
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