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Berlin will mehr Abiturienten aus Zuwandererfamilien für den Lehrerberuf anwerben, wie die SABAH heute informiert. Dazu habe der Integrationsbeauftragte des Landes, Günter Piening, eine Kampagne gestartet. Jugendliche mit Migrationshintergrund sollen gezielt über Berufsperspektiven in Schulen informiert werden. Die Einwanderungsgesellschaft müsse sich auch im Lehrerzimmer widerspiegeln, so Piening. Die Kampagne ist Teil der Initiative „Berlin braucht dich!“, mit der seit 2006 junge Leute aus Zuwandererfamilien über Ausbildungsmöglichkeiten im öffentlichen Dienst informiert werden. Der Anteil von Lehrkräften mit ausländischen Wurzeln wird bundesweit auf ein Prozent geschätzt. Die Vielfalt in Berliner Klassenzimmern wachse, während in den Kollegien kaum Lehrkräfte mit Migrationshintergrund anzutreffen seien, so Piening. „Die Einwanderungsgesellschaft muss sich auch im Lehrerzimmer widerspiegeln“, so der Integrationsbeauftragte.

 

Kinder von illegal in Deutschland lebenden Ausländern sollen künftig zur Schule gehen dürfen, wie die HÜRRIYET auf ihrer Titelseite informiert. Die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Maria Böhmer (CDU), habe dem Nachrichtenmagazin FOCUS gegenüber gesagt: „Das Recht auf Bildung ist ein Menschenrecht Das gilt auch für Kinder von Eltern, die ohne legalen Aufenthaltstatus in Deutschland leben." Die Bundesregierung arbeite derzeit an Verwaltungsvorschriften, „die die Unsicherheiten beseitigen und pragmatische Lösungen für die betroffenen Kinder bringen sollen". Bisher müssen Verantwortliche in Schulen oder Kindergärten die Ausländerbehörden über Verdachtsfälle bei illegalem Aufenthalt informieren.

Die Landtagswahlen in Hessen sind heute in allen in Deutschland erscheinenden türkischen Zeitungen sehr präsent. Aufgrund der frühen Redaktionsschlußzeiten sind die Zeitungen aber noch vorsichtig mit der generellen Einschätzung, auch wenn die Wahl einen klaren Sieger hervorgebracht hat.

Die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Maria Böhmer (CDU), hat sich nach Angaben der HÜRRIYET gestern im Bundeskanzleramt mit Schulleitern verschiedener Schulen aus Berlin-Mitte getroffen, um die schwierige Lage der Schulen zu erörtern. Anlass des Treffens sei ein offener Brief von 68 Schulleitern gewesen, die vor einem bildungspolitischen Kollaps an einigen Schulen mit vielen sozial benachteiligten Kindern aus Zuwandererfamilien gewarnt hatten. Integrationsbeauftragte beim Berliner Senat, Günther Piening, habe seine Teilnahme mit der Begründung abgesagt, dass die Einladung ein falsches Signal sei. Es entstehe der Eindruck, dass Schulen mit hohem Ausländeranteil Problemschulen seien. Auch der Sprecher des Türkischen Bunds in Berlin-Brandenburg (TBB), Safter Cinar, habe ähnlich argumentiert. Das Treffen Böhmers mit den Schulleitern sende das Signal aus, Menschen mit Migrationshintergrund seien „Verursacher der Probleme".

Kurz vor den Landtagswahlen in Hessen hat Cem Özdemir, Parteivorsitzender der Grünen, gegenüber SABAH betont, dass die CDU, die bei den letzten Wahlen auf Kosten von Migranten auf Stimmenfang gegangen und von den Wählern abgestraft worden ist, sich diesmal ziemlich leise verhalte. „Der Wolf präsentiert sich diesmal im Schafspelz“, so Özdemir.

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