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Die Ministerien für Generationen, Familie, Frauen und Integration sowie Schule und Weiterbildung in Nordrhein-Westfalen teilen mit:

Was haben Delfine, Giraffen, Tiger und Elefanten in den Kindertagesstätten in Nordrhein-Westfalen zu suchen? Sie gehören zu einem Spiel, das im Auftrag der nordrhein-westfälischen Landesregierung von der Universität Dortmund entwickelt worden ist, um die Sprachentwicklung von Kindern, die zwei Jahre vor der Einschulung stehen, näher unter die Lupe zu nehmen. Der "Besuch im Zoo" kommt zwar in kindgerechter Spielform daher, ist aber ein wissenschaftlich entwickeltes Material für die erste Stufe eines Sprachkompetenztests, der von Lilian Fried, Dortmunder Professorin für die Pädagogik der frühen Kindheit, heute in Düsseldorf vorgestellt wurde. Mit diesem Testverfahren stellt das Land die Weichen für eine frühere, gezielte vorschulische Sprachförderung von Kindern und zieht damit Konsequenzen aus verschiedenen Bildungsstudien.

Von einer „anmaßenden“ Aktion des Direktors der Georg-Büchner Schule im hessischen Stadtallendorf spricht die HÜRRIYET heute. Infolge eines respektlosen Verhaltens eines 15 Jahre alten Türken gegenüber seiner Lehrerin, hatte der Direktor der Schule, Hartmut Reinl, einen Brief ausschließlich an alle türkischen Eltern von Schülern geschrieben, in dem das Verhalten des Schülers geächtet wird. Da der Brief nur an die türkischen Eltern verschickt wurde, erkennen sie dahinter eine „ausgrenzende Aktion“ und sprechen von einem „Skandal“. Damit werde den türkischstämmigen Bürgern vermittelt, dass sie sich alle respektlos verhielten. Entsetzt reagiert die Zeitung zudem auf ein Interview des Direktors in einer lokalen Zeitung, wobei er alle türkischen Schüler über einen Kamm geschert habe und kundgetan habe, dass „sie alle aus dem gleichen Holz geschnitzt“ seien.

Junge Talente in Deutschland müssen verstärkt gefördert werden. Dabei ist das Begabungspotential unter den Migrantinnen und Migranten noch längst nicht ausgeschöpft. Deshalb ermöglicht das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) ihnen den Zugang zur Studierendenförderung.

Bereits ab sofort können talentierte Studierende mit Migrationshintergrund, die eine dauerhafte Bleibeperspektive haben, von den Begabtenförderungswerken aufgenommen werden. Eine vorherige Mindesterwerbsdauer ihrer Eltern in Deutschland spielt dabei keine Rolle.

Kommentarlos meldet die liberal-islamische ZAMAN heute, dass das ZDF demnächst ein „Wort zum Freitag“ für Muslime in sein Online-Angebot aufnehmen will. Dabei sollen nicht nur Imame, sondern auch deutsche Kommentatoren zu Wort kommen und aktuelle Themen aufgreifen, so ZDF-Chefredakteur Nikolaus Brender. Wenn das Programm im Internet auf positive Resonanz stößt, werde auch über eine Ausstrahlung im Fernsehen nachgedacht.

Geschlossen berichten die auflagenstarken SABAH und HÜRRIYET über eine neue Studie, nach der türkische Wohnungssuchende am Immobilienmarkt stark diskriminiert werden. Bei der Untersuchung seien zahlreiche Vermieter, Immobilienmakler und Hausverwaltungsgesellschaften in zehn nordrhein-westfälischen Städten mit je einem deutschen und einem türkischen Namen angeschrieben worden. In 42 Prozent der Fälle sei den Anfragen unter türkischem Namen nicht einmal geantwortet worden. Während in den „migrantischen Vierteln“ die Wohnungssuche ohne Probleme verlaufe, stelle sich schon die Situation in den etwas bürgerlicheren Gegenden für Migranten sehr schwer dar, so der Macher der Studie, Prof. Dr. Reiner Staubach. Diese Haltung sorge für Ghettoisierungstendenzen, so Staubach, wobei die These der „selbstgewollten Abschottung“ zum ersten Mal widerlegt worden sei, so die SABAH.

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