Nachrichten Rechtsprechung

Wer es im Beruf zu etwas bringen will, muss sich richtig vermarkten. Das ist auch bei  Berufsverbrechern so, selbst dann, wenn sie wie Waldemar C. gerade achteinhalb Jahre wegen Raubes im Gefängnis sitzen. Eine Haftstrafe ist für den Berufsverbrecher ja nur eine Form der Auszeit, und da gilt es, am Ball zu bleiben und sich für neue Herausforderungen ins Gespräch zu bringen. Waldemar C. hat daher im Untersuchungsgefängnis schon mal einem Wächter den Schlüsselbund weggerissen und ist damit in Richtung Ausgang gerannt. Im Hof Nummer 1 sprang er dann auf eine Tischtennisplatte und ließ sich von den Mithäftlingen gebührend beklatschen. Weiter wäre er gar nicht gekommen - in jeder Justizvollzugsanstalt gibt es elektronisch gesicherte Schleusen - aber alle haben Waldemar C. gesehen, und er hat im Gefängnis großen Eindruck  hinterlassen. Sich Respekt zu verschaffen, ist schließlich das A und O jeder Karriere, das gilt besonders für eine junge Führungskraft wie Waldemar C.

Vitali I. hat das, was man eine "Patchwork-Biographie" nennt. Er hat als Fahrradkurier gearbeitet, eine Zeit lang erfolglos Philosophie studiert, und eines Tages wurden seine Fingerabdrücke auf einem Erpresserbrief an die Firma Dr. Oetker gefunden. "Guten Tag", beginnt der in gestochen schöner Handschrift verfasste Brief. "Für Euch bin ich ein Lebensmittelerpresser, der Fritz heißt." Fritz verlangte eine Million, andernfalls würde er in Berlin Crème fraiche von Dr. Oetker mit Schlafmitteln versetzen. Ein "P.S." findet sich auch: "Ab Donnerstag werde ich in jedem Fall mich verstärkt mit meiner Arbeit beschäftigen." Gäbe es Tollpatschigkeitskriterien für Erpresserbriefe, dieser hier bekäme die volle Punktezahl. Vom Amtsgericht Tiergarten bekam Vitali I. jedenfalls schon einmal wegen Beihilfe zur versuchten räuberischen Erpressung eine Haftstrafe von zwei Jahren und sechs Monaten.

Ayatollah A. wollte nicht Bausparen, nun steht er wegen schwerer räuberischer Erpressung vor Gericht

Bearbeitungsgebühren sind so etwas wie die Steuern der Privatwirtschaft. Sie kommen unvermutet, es wird einem Geld aus der Tasche gezogen und man versteht eigentlich nicht, wozu das gut sein soll. Bausparen etwa. Schließt man einen Bausparvertrag ab, wird ein Prozent der Bausparsumme als Bearbeitungsgebühr fällig. Kein Wunder, wenn die Leute da am liebsten zur Bank rennen und auf den Tisch hauen würden. Aber man sollte es nicht so machen wie der Bausparer Ayatollah A. Aus Wut über die Gebühr haute er mit einer Eisenstange auf den Tisch, und das in Gegenwart einer Bankbeamtin. Für das Berliner Landgericht ist das versuchte schwere räuberische Erpressung, Ayatollah A. wird zu einem Jahr und sechs Monaten verurteilt.

Zum 1. Januar 2005 ist das Zuwanderungsgesetz nach einem äußerst langwierigen Gesetzgebungsverfahren in Kraft getreten. Bestandteile des Zuwanderungsgesetzes sind neben Änderungen in verschiedenen Gesetzen insbesondere das Aufenthaltsgesetz (AufenthG) und das Freizügigkeitsgesetz/EU (FreizügG/(EU). Auf der Grundlage des Zuwanderungsgesetzes wurden des Weiteren verschiedene Rechtsverordnungen erlassen, die das Verfahren und die Zulassung von im Inland lebenden Ausländern und die Zulassung von neu einreisenden Ausländern zur Ausübung einer Beschäftigung regeln. Für alle Rechtsfragen rund um das Ausländerrecht finden Sie im Internet den richtigen Rechtsanwalt bei Migrationsrecht.Net.

Auf einmal ist er nicht mehr lieb - Berlins ?Mehmet? heißt Mahmoud ? ein jugendlicher Intensivtäter vor Gericht

Nidal ein schlimmes Bürschchen zu nennen, ist sicher nicht falsch. 22 Jahre ist er alt, er hat Kindern Geld weggenommen, einer Wirtin die Handtasche geraubt und mehrere Male randaliert. Er hat sich eine Verfolgungsjagd mit der Polizei geliefert und war an Messerstechereien beteiligt. Ein so genannter jugendlicher Intensivtäter, und die Berliner Polizei hat ihm eines Tages den Namen ?Mahmoud? verpasst. ?Mahmoud?, das soll natürlich wie ?Mehmet? klingen, nach jenem berühmten jugendlichen Straftäter aus Bayern, der 1998 als Vierzehnjähriger ohne Eltern in die Türkei abgeschoben wurde. Die Angst, provinziell zu sein, scheint in Berlin so groß zu sein, dass man sich von München nicht auch noch bei den Problemjugendlichen auf die Plätze verweisen lassen will.

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