Migrationsrecht.net - Informationsportal zum Ausländerrecht

Das Portal Migrationsrecht.net bietet Juristen, Rechtsanwälten, Journalisten und auch Rechtssuchenden mit seinem Experten-Netzwerk umfangreiche Informationen sowie aktuelle News aus dem gesamten Bereich des europäischen und deutschen Migrationsrechts. Zu vielen Themengebieten des Ausländerrechts stehen Texte, Abhandlungen, Gesetze und Verordnungen sowie E-Books zur Verfügung.

Migrationsrecht.net bietet als neuen Service Online-Seminare zum Aufenthaltsrecht an, die Fachanwälten die Möglichkeit bieten, die notwendigen Fortbildungsstunden nachweisen zu können. Natürlich steht dieser Service auch Behörden zur Verfügung. Ein Großteil der Seminar steht Mitgliedern von Migrationsrecht.net kostenfrei zur Verfügung.

Sie können bereits heute folgende Online-Seminare über unseren Kontakt buchen:

  1. Fehlervermeidung bei der Ermessensausübung bei einem Einreise- und Aufenthaltsverbot (Zeitdauer: 35 Minuten, für Mitglieder kostenfrei, sonst 29,00 €)
  2. Einreise- und Aufenthalt von Negativstaatern - Europarecht in der Praxis (Zeitdauer: 1 Stunde 15 Minuten, Kosten 79,00 €)
  3. Einreise- und Aufenthalt von Positivstaatern - Europarecht in der Praxis (Zeitdauer: 1 Stunde 10 Minuten, Kosten 79,00 €)
  4. Rechtsschutz gegen drohende Abschiebungen in Hessen - Fehlerquellen vermeiden! (Zeitdauer: 45 Minuten, Kosten 79,00 €)
  5. Neuregelung für nahestehende Personen im Freizügigkeitsrecht (Zeitdauer: 1 Stunde, Kosten 79,00 €)
  6. Die Fiktionsbescheinigung nach § 11 Abs. 4 FreizügG/EU (Zeitdauer: 20 Minuten, Kosten 39,00 € – Kosten für die Bescheinigung nach § 15 FAO: 40,00 €).
  7. Beschleunigtes Fachkräfteverfahren – Grenzen und Möglichkeiten (Zeitdauer: 1 Stunde, für Mitglieder kostenfrei, sonst 79,00 €)  
  8. Ausbildungsduldung – Hinweise zur rechtssicheren Anwendung (Zeitdauer: 1 Stunde 45 Minuten, für Mitglieder kostenfrei, sonst 99,00 €)
  9. Duldung für Personen mit ungeklärter Identität – Hinweise zur rechtssicheren Anwendung (Zeitdauer: 1 Stunde 45 Minuten, für Mitglieder kostenfrei, sonst 99,00 €)
  10. Beschäftigungsduldung – Hinweise zur rechtssicheren Anwendung (1 Stunde, für Mitglieder kostenfrei, sonst 79,00 €)
  11. Familienangehörige und Unterhalt im Freizügigkeitsrecht (Zeitdauer: 45 Minuten, Kosten: 49,00 €)
  12. Brexit – Rechtslage bis zum Inkrafttreten des § 16 FreizügG/EU (Zeitdauer: 45 Minuten, kostenfrei – Kosten für Bescheinigung nach § 15 Abs. 4 FAO: 40,00 €)
  13. Typische Fehler bei Anwendung des Freizügigkeitsgesetzes/EU vermeiden (35 Minuten, kostenfrei – keine Bescheinigung nach § 15 Abs. 4 FAO)

Der BGH hat mit Beschluss vom 12. Juli 2022 – Az. 3 ZB 6/21 – entschieden, das für den Antrag auf richterliche Anordnung der Durchsuchung der Wohnung des Betroffenen zum Zweck der Sicherung der Abschiebung der Verwaltungsrechtsweg gemäß § 40 Abs. 1 Satz 1 Halbsatz 1 VwGO eröffnet ist.

Bei der beantragten Wohnungsdurchsuchung zur Sicherung der Abschiebung eines ausreisepflichtigen Ausländers handelt es sich um eine öffentlich-rechtliche Streitigkeit nichtverfassungsrechtlicher Art. Eine abdrängende Sonderzuweisung durch Bundesrecht gemäß § 40 Abs. 1 Satz 1 Halbsatz 2 VwGO liegt nicht vor. Gemäß § 58 Abs. 10 AufenthG bleiben nur weitergehende Regelungen der Länder, die den Regelungsgehalt der Absätze 5 bis 9 betreffen, unberührt. Existieren landesrechtliche Vorschriften in diesem Sinne, welche die Zuständigkeit der Amtsgerichte begründen, kann im Einzelfall für Anträge auf richterliche Anordnung von Wohnungsdurchsuchungen zum Zweck der Abschiebung sowohl der Rechtsweg zu den ordentlichen Gerichten als auch der zu den Verwaltungsgerichten eröffnet sein.

Der BGH führt hierzu aus:

„Aus dem Sinn und Zweck der Regelung folgt zwar, dass auf landesrechtliche Sonderzuweisungen nach wie vor zurückgegriffen werden kann. Dies gilt aber nur dann, wenn sich aus dem Landesrecht über die § 58 Abs. 6 bis 9 AufenthG hinausgehende Befugnisse für Wohnungsdurchsuchungen ergeben (…). Der Gesetzgeber wollte eine spezialgesetzliche Ermächtigungsgrundlage schaffen, weil es in der Praxis einiger Bundesländer keine eindeutige Rechtsgrundlage für entsprechende Durchsuchungsmaßnahmen gab (BT-Drucks. 19/10706 S. 14). Mit Absatz 10 sollte nur klargestellt werden, dass er darüber hinaus in über die bundesrechtlichen Mindestvorgaben hinausgehendes Landesrecht, welches materielle und daran anknüpfende prozessuale Regelungen über Wohnungsdurchsuchungen zur Sicherung der Abschiebung vorsieht, nicht eingreifen wollte (…). Da der Gesetzgeber insoweit aber ausdrücklich nur auf "weitergehende Befugnisse" und nicht pauschal auf anderweitige landesrechtliche Regelungen abstellt, verbleibt es bei der allgemeinen Rechtswegbestimmung des § 40 Abs. 1 Satz 1 VwGO, soweit sich landes- und bundesrechtliche Normen inhaltlich decken oder die landesrechtlichen Eingriffsermächtigungen hinter den Regelungen des § 58 Abs. 6 bis 9 AufenthG zurückbleiben.“

Der Gerichtshof der Europäischen Union hat mit Urteil vom 22.09.2022 in den verbundenen Rechtssachen C-245/21 und C-248/21 entschieden, dass eine aufgrund der Covid-19-Pandemie erfolgte Aussetzung des Überstellungsverfahrens im Rahmen eines Dublin-Verfahrens zu keiner Unterbrechung der sechsmonatigen Überstellungsfrist führt. Sobald diese Frist abgelaufen ist, wird der ersuchende Mitgliedstaat für die Prüfung des Asylantrags zuständig.

Weitere Beiträge ...