Nachrichten Ausländerrecht: Politik Gesetzgebung

Nachrichten Ausländerrecht: Politik und Gesetzgebung

Die gestrigen Landtagswahlen in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern dominieren heute die Berichterstattung auch in den türkischen Zeitungen. „Wieder Sieg in Berlin“ titelt das Massenblatt SABAH, und „Wowereit hat gewonnen“, die auflagenstarke HÜRRIYET. Es fällt auf, dass die traditionell SPD-nahen türkischen Zeitungen sich auch diesmal besonders in Berlin über die guten Ergebnisse der Sozialdemokraten erfreut zeigen. Während die SABAH von den 21 türkischstämmigen Kandidaten bei Redaktionsschluss Özcan Mutlu (Grüne), Dilek Kolat (SPD), Bilkay Öney (Grüne) und Evrim Baba (Die Linke.PDS) schon so gut wie sicher im Abgeordnetenhaus sieht, glaubt die HÜRRIYET, dass auch Ülker Radziwill von der SPD sicher in den Landtag einzieht. Dabei machen SABAH und die national-islamische TÜRKIYE darauf aufmerksam, dass neben den 60.000 wahlberechtigten türkischstämmigen Bürgern der Großteil der türkischen Bevölkerung ihre Stimmen nicht abgeben konnten. Das fehlende Wahlrecht sorge für „Verbitterung“ unter den Migranten, so die TÜRKIYE, wobei die SABAH drauf aufmerksam macht, dass Einwanderer in Wien nach mehrjährigem Aufenthalt das Wahlrecht zugesprochen bekommen

Quelle:
Deutsch-Türkische Medienagentur
Ali Yumu?ak
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Pro Asyl, die Lobby-Organisation für Flüchtlinge, hat am 8. September ihr 20jähriges Bestehen gefeiert. Der Verein wurde 1986 als Bündnis von Personen aus dem Bereich der Kirchen, Flüchtlingsinitiativen, Gewerkschaften und Menschenrechtsorganisationen gegründet. Das Ziel war, für faire Asylverfahren und für den Schutz von Flüchtlingen einzutreten. Seit 1989 gibt es einen Förderverein mit inzwischen mehr als 13000 Mitgliedern, der die Arbeit von PRO ASYL finanziert und ihr damit die politische Unabhängigkeit sichert.
Die Verschärfung der deutschen Flüchtlingsabwehrpolitik sei vor 20 Jahren zentraler Anlass für die Gründung von Pro Asyl gewesen, erinnerte Pro-Asyl-Vorsitzender Jürgen Micksch am 7. September in Frankfurt am Main vor Journalisten. Seither sei es Pro Asyl gelungen, neben dem politischen Einsatz für eine bessere Flüchtlingspolitik in einer Vielzahl von Einzelfällen zu helfen.

Nach Informationen der "Rheinischen Post" (Freitagausgabe) hat der Bundesminiser des Inneren Schäuble die Innenpolitiker der Koalition sowie die Innenminister der Länder für den 22. September in sein Ministerium eingeladen. Er sei der Auffassung, dass die Frage einer Bleiberechtsregelung für langjährig in Deutschland geduldete Flüchtlinge im Vorfeld der nächsten Innenministerkonferenz erneut erörtert werden sollte, um bald zu einer Einigung zu kommen, schreibt Schäuble. Das Treffen beginnt um 17 Uhr im Bundesinnenministerium.

Der Paritätische Wohlfahrtsverband (DPWV) fordert ein umfassendes Bleiberecht für Flüchtlinge, die seit Jahren mit einer Duldung in Deutschland leben. Anlässlich der heute beginnenden Beratungen der SPD-Innenminister und -Innenpolitiker in Schwerin appelliert der Verband an SPD und CDU, sich endlich auf eine Bleiberechtsregelung zu verständigen, die den humanitären
Bedürfnissen der Betroffenen gerecht wird. "Es ist nicht länger hinnehmbar, dass über rund 200.000 Menschen ständig das Damoklesschwert der Abschiebung schwebt, weil es für sie immer noch keine Altfallregelung gibt", sagte Verbandsvorsitzende Barbara Stolterfoht.

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