Vietnamesen, Zigarettenschmuggel, Rechtsanwalt, Gerichtsreportage, Verena Mayer
Wer es im Beruf zu etwas bringen will, muss sich richtig vermarkten. Das ist auch bei Berufsverbrechern so, selbst dann, wenn sie wie Waldemar C. gerade achteinhalb Jahre wegen Raubes im Gefängnis sitzen. Eine Haftstrafe ist für den Berufsverbrecher ja nur eine Form der Auszeit, und da gilt es, am Ball zu bleiben und sich für neue Herausforderungen ins Gespräch zu bringen. Waldemar C. hat daher im Untersuchungsgefängnis schon mal einem Wächter den Schlüsselbund weggerissen und ist damit in Richtung Ausgang gerannt. Im Hof Nummer 1 sprang er dann auf eine Tischtennisplatte und ließ sich von den Mithäftlingen gebührend beklatschen. Weiter wäre er gar nicht gekommen - in jeder Justizvollzugsanstalt gibt es elektronisch gesicherte Schleusen - aber alle haben Waldemar C. gesehen, und er hat im Gefängnis großen Eindruck hinterlassen. Sich Respekt zu verschaffen, ist schließlich das A und O jeder Karriere, das gilt besonders für eine junge Führungskraft wie Waldemar C.

